Grundsätzlich darf Kaninchenfutter weder schmmlig noch verpilzt oder mit Ratten-/Mäusekot verunreinigt sein. Frisches Grünfutter darf sich nicht erhitzen. Es sollte dazu möglichst in einem kühlen luftigen Raum gelagert werden.
Besonders vorsichtig und behutsam sollte man bei Futterumstellungen vorgehen. Wird im Frühjahr beispielweise verstärkt Grünfutter gefüttert, sollte dies langsam und in kleinen Mengen zugefüttert werden.
Frisch eingebrachtes Heu sollte einige Wochen lagern, bevor es verfüttert wird. In dieser Zeit fermentiert es vollständig aus.
Bei den Futtermitteln unterscheidet man unter Grobfutter und Kraftfutter.
- Grobfutter ist z.B.: frisches Gras, siliertes Gras, trockene Kräuter, Gras, Heu, Stroh, Wurzelfrüchte und Garten- Küchenabfälle.
- Kraftfutter sind z.B. Getreidekörner, Rückstände aus der Brot- und Ölherstellung.
Grobfutter
Beim Grobfutter unterscheidet man wieder zwischen Raufutter und Saftfutter. Bei der Verfütterung von Raufutter (Gras oder Heu) ist darauf zu achten, dass die Verdaulichkeit umso höher ist, umso jünger, bzw. blattreicher die Pflanzen sind. Nach der Blüte nimmt der Stängelanteil stark zu, der Blattanteil stark ab und damit auch die Verdaulichkeit. Auch der Eiweißgehalt der Pflanzen nimmt ab. Bei der eigenen Heugewinnung sollte darauf geachtet werden, dass das Schnittgut nicht so oft gewendet wird, da sonst eiweißreiche Bestandteile sich zersetzen.
Schmetterlingsblütler (Kleearten, Luzerne, Erbsen, Bohnen, Wicken) haben einen sehr hohen Eiweißgehalt und werden zudem auch sehr gerne gefressen. Sowohl Gräser, als auch kleeartige Pflanzen sollten möglichst sofort nach der Ernte verfüttert werden, wenn diese nicht siliert werden.
Als Grünfutter kann man auch junge Zweige von Laubbäumen verabreichen (z.B. Robinie, Obstbaumschnitt, Schnitt von Brombeeren und Himbeeren).
Stärke- und eiweißreiche Futtermittel wie z.B, Getreide und Hülsenfrüchte sollten Jungtiere abe dem 18. Lebenstag erst verfüttern, da diese noch keine Stärke und Fette verdauen können und zur Folge einen starken Durchfall auslösen können.
Zu den Saftfuttermitteln gehören alle Wurzel- und Hackfrüchte wie Kartoffeln, Topinambur, Karotten, Rote Rüben, sowie andere Rübe-Arten. Kartoffeln sollten nur gekocht verabreicht werden. Alle anderen Wurzelfrüchte können roh verfüttert werden. Rübenschnitzel müssen vor der Verfütterung in Wasser aufgequollen werden. Hiervon sollten jedoch nur geringe Mengen verfüttert werden (Darmerkrankungen).
Es können auch Obst, Kastanien oder Eicheln verfüttert werden. Weiters sollte regelmäßig hartes Futter für die Abwetzung der Zähne verabreicht werden (z.B. hartes, nicht schimmliges Brot).
Bei Kaninchen, die für die Zucht eingesetzt werden sollten der Energie- und Eiweißbedarf mit zuzätzlichem industrialisiertem Kraftfutter gedeckt werden.
Kraftfutter
Kraftfutter hat einen wesentlich höheren Nährstoffgehalt als Grobfutter. Getreidekörner zeichnen sich durch einen hohen energie-, aber dafür geringeren Eiweißgehalt aus. Auch alle Hülsenfrüchte zählen zu den Kraftfuttermitteln. Die Ackerbohne, Erbes, Süßlupine, Wicke und Sojabohne enthalten viel Eiweiß. Sojabohnen müssen erhitzt werden, um das enthaltene Eiweiß verdaulich zu machen. Ölsaaten (Sojabohne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen) zeichnen sich durch einen hohen Energie- und Eiweißgehalt aus.
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